Lipidapherese

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Unter den Lipidaphereseverfahren versteht man Blutreinigungsverfahren, mit welchen das Blut vom „schlechten“ LDL-Cholesterin und anderen gefäßwandschädigenden Blutbestandteilen wie Fibrinogen und Lipoprotein(a) gereinigt werden kann.
In großen Bevölkerungsstudien ist zweifelsfrei bewiesen worden, dass die Senkung erhöhter Cholesterinspiegel im Blut bei Patienten mit bereits erlittenem Herzinfarkt das Risiko eines erneuten Herzinfarktes deutlich reduzieren kann. Das angestrebte Therapieziel ist dabei ein Absenken erhöhter LDL-Cholesterinspiegel unter 100 mg/dl.
Eine Lipidapheresebehandlung ist immer dann indiziert, wenn mit diätetischen Maßnahmen und lipidsenkenden Medikamenten dieses Behandlungsziel nicht erreicht werden kann. In der Regel handelt es sich um Patienten mit der angeborenen familiären Hypercholesterinämie.
Für die Lipidapheresbehandlung können wir in unserem Zentrum 2 verschiedene Verfahren anbieten:


Das DALI-Verfahren

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DALI steht für direkte Adsorption von Lipoproteinen aus dem Vollblut und wurde von der Firma Fresenius entwickelt. Hierbei wird das Vollblut des Patienten durch einen Filter gepumpt, welcher mit Adsorberbeads aus Polyacrylsäure gefüllt ist (siehe Abb. 1). Die negativ geladenen porösen Polyacrylsäurepartikel binden elektrostatisch die positiv geladenen Apo-B100-Proteine des LDL-Cholesterins und des Lipoprotein(a).

Das durch den Absorber gereinigte Blut wird dem Patienten unmittelbar wieder reinfundiert.
Während einer Behandlung werden ca. 5-6 l Blut durch den Absorber gepumpt. Erreicht wird mit diesem Verfahren je Behandlungssitzung eine prozentuale Absenkung des LDL-Cholesterin von 64-76 % und des Lipoprotein(a) von 59-70 %.
Je nach Schweregrad der Fettstoffwechselstörung werden die Lipidapheresebehandlungen 1-2 wöchigen Abständen durchgeführt.

Das HELP-Verfahren

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HELP steht für heparin induzierte extrakorporale Lipoprotein Präzipitation. Bei diesem Verfahren werden im Prinzip die gefäßschädigenden Blutbestandteile LDL-Cholesterin, Lipoprotein(a) und Fibrinogen durch Hinzugabe von Heparin und Acetat zunächst ausgefällt und anschließend diese Präzipitate durch einen Filter aus dem Plasma entfernt.
Durch die Entfernung dieser Blutbestandteile wird auch die Fließfähigkeit des Blutes (Viskosität) erheblich verbessert. Durch diese günstige Wirkung auf die Blutrheologie ist eine Lipidapheresebehandlung nach dem HELP-Verfahren auch bei Krankheiten mit gestörter Mikrozirkulation erfolgversprechend. In Pilotprojekten konnten Therapieerfolge beim diabetischen Fuß, der senilen Maculadegeneration und dem akuten Hörsturz erzielt werden.

HELP- Verfahren